Nach der Pensionierung kann man sich zurücklehnen und den Lebensabend geniessen das gilt nicht für alle älteren Menschen. Die Rente reicht heute vielen Senioren nicht aus, um ihre Rechnungen zu bezahlen: Kosten für Miete, Krankenkasse und Arzt drohen überhandzunehmen und reissen ein Loch in die knappe Kasse. Dass Senioren deswegen oft schlaflose Nächte haben, erlebt Franz Dietsche, Stellenleiter der Pro Senectute Ausserschwyz in Lachen, fast jeden Tag Tendenz steigend. Mittlerweile dreht sich jede zweite bis dritte Beratung um das Geld. Das hat verschiedene Gründe: Zum Beispiel sind gerade Mietkosten in den letzten Jahren frappant in die Höhe geschnellt. Die Ergänzungsleistungen von der AHV jedoch, welche viele Senioren beantragen, werden seit mehr als zehn Jahren auf der gleichen Grundlage berechnet. Die Lebenskosten nehmen zu, doch das Portemonnaie der Pensionäre wird nicht grösser: «Senioren bekommen keine Lohnerhöhung», veranschaulicht Dietsche. Lediglich an die Teuerung wird ihre Rente alle zwei Jahre angepasst. Dass sich viele Senioren für ihre Geldsorgen schämen und erst im letzten Moment Hilfe suchen, macht die Situation nicht einfacher.
Mehr «Finanzspritzen»
Die zunehmende Altersarmut äussert sich im steigenden Bedarf des Finanzfonds der Pro Senectute: Diese «wirtschaftliche Hilfe», wie sie genannt wird, hat seit 2004 um 47 Prozent zugenommen und lag 2010 bei rund 225000 Franken für den ganzen Kanton Schwyz. Das sind 73000 Franken mehr als noch vor sieben Jahren. Dieser Fonds bietet Betroffenen in schwierigen Situationen eine Überbrückungshilfe etwa, wenn der Partner stirbt und die Wohnung für den Alleinstehenden zu teuer wird. «Dann muss er oder sie in der Zeit der Trauer nicht auch noch eine neue Wohnung suchen», erläutert Dietsche.
Die grosse Mehrheit der Senioren in Geldnot sind gemäss Dietsche aber nicht die tief Verschuldeten: Viel eher handle es sich um Rentner, die Ende des Monats konstant zu wenig Geld hätten und eher schlecht als recht über die Runden kämen. Finanzen sind nicht die einzigen Sorgen der Rentner: Einsamkeit, Eheund Lebenskrisen sind weitere Probleme, mit denen sie hadern.
